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Beschreibung
In der Zeit des Nationalsozialismus war der Nervenarzt Robert Ritter als sogenannter „Rassenhygieniker“ mit der „Zigeunerforschung“ beauftragt. Ritter ging davon aus, dass die meisten der in Deutschland lebenden Sinti und Roma minderwertige, aufgrund erbbiologischer Voraussetzungen kriminell veranlagte „Mischlinge“ seien. Er lieferte damit eine Begründung für deren Sterilisation und Einweisung in Konzentrationslager. Die historischen Zeugnisse aus dem 18. Jahrhundert waren für Ritter eine Fundgrube. Denn in der Gesellschaft dieser Zeit galt „der Zigeuner“ als Inbegriff des amoralischen gemeinschädlichen Übeltäters.
In einer großangelegten Untersuchung anhand von Quellenmaterial aus dem 17. und 18. Jahrhundert werden Entstehung und Auswirkungen des Schreckbildes vom gefährlichen „Zigeuner“ aufgearbeitet. Es wird gezeigt, dass die Kriminalität, wie sie im 18. Jahrhundert bei „Zigeunern“ teilweise auftrat, ein rein soziales und durch Verfolgung bedingtes Phänomen darstellt. Darüber hinaus geht der Autor der Frage nach, unter welchen Bedingungen Sinti und Roma tatsächlich lebten, in welcher Weise sie beispielsweise sozial organisiert waren und welche Rolle der Frau zukam.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind für unser Verhältnis zu Sinti und Roma bis heute von Bedeutung.
Bilanz einer einseitigen Überlieferung. Eine Untersuchung zur Sozialgeschichte der Sinti und Roma anhand südwestdeutscher Quellen
Details
| Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Ersterscheinung | 08. Oktober 2026 |
| Maße | 24 cm x 16.8 cm |
| Format | Hardcover |
| ISBN-13 | 9783658529918 |
| Auflage | 2. Auflage 2026 |
| Seiten | 654 |