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Von der Music Hall zur Filmfarce

Von der Music Hall zur Filmfarce

von Sven Bulla
Softcover - 9783640232062
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,7, Universität zu Köln (Institut für Theater,- Film- und Fernsehwissenschaft), Veranstaltung: Aufbaukurs Theater Proseminar, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Beziehungen zwischen Theater und Film sind seit der Etablierung des Kinos

Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Forschung begreift in

diesem Zusammenhang insbesondere das populäre Theater des späten 19. Jahrhunderts

als Pré-Cinéma, als Vorstufe des Films. Denn gerade populäre Theaterformen wie

Volkstheater, Jahrmarkt, Zirkus, Vaudeville und Music Hall nehmen spezifische

Gestaltungsprinzipien des frühen Films vorweg. Als Beispiel kann vor allem auf die

Anwendung vielfältiger Trick- und Illusionstechniken auf der Bühne verwiesen werden.

Der zunehmende Einsatz von Pyrotechnik, Licht-, Spiegel- und Projektionseffekten als

auch von aufwendigen beweglichen Kulissen wurde von Pionieren des Kinos wie

Georges Méliès aufgenommen und erweitert. Ralf Erik Remshardt spricht hierbei von

einem Prozess, in dessen Verlauf sich das Theater in eine Sensationsmaschine und

gleichsam zum wichtigsten Ideengeber des neuen Medium Films verwandelte.

Das ¿Spektakeltheater¿ bildete ein Gegenpol zum literarisch geprägten, bürgerlichen

Theater und wurde vornehmlich von einem proletarischen Publikum besucht. Dieses

hatte sich in den wachsenden Industriestädten Europas und Amerikas des 19.

Jahrhunderts als eine neue soziale Schicht herausgebildet und war auf der Suche nach

neuen, volkstümlichen Unterhaltungsformen, die im angloamerikanischen Raum

hauptsächlich von Akteuren der Music Hall dargeboten wurden. Von entscheidender

Bedeutung für die Entwicklung des Slapstick-Kinos ist die Tatsache, dass viele

Komödianten des frühen Kinos zunächst in der Music Hall große Erfolge feierten. Viele

Bühnenkünstler entwickelten ihre mimischen, tänzerischen und akrobatischen

Fertigkeiten während unzähligen Auftritten vor einem Music-Hall-Publikum, bevor sie

schließlich zu Stars der Filmkomödie avancierten. So tourten Charlie Chaplin, Stan

Laurel und andere Music-Hall-Größen mit Fred Karnos berühmter Theatergruppe, den

Sprachlosen Komödianten, durch England und Amerika und brachten ihre

Bühnenerfahrung schließlich in die Filmburleske ein. Die Marx Brothers feierten

zunächst große Erfolge in Musical Comedies am Broadway. Und Buster Keaton alias

The Great Stone Face hatte bereits als Kind Bühnenauftritte im Vaudeville-Theater.

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 16. Dezember 2008
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.2 cm
Gewicht 40 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640232062
Auflage 3. Auflage
Seiten 16

Schlagwörter