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Beschreibung
Tierversuche zählen zu den gesellschaftlich umstrittensten Forschungsmethoden und weisen eine lange, konfliktreiche Geschichte auf, die das heutige Recht prägt. Ihre Regulierung erschließt sich erst im Zusammenspiel mit biologischen Grundlagen, insbesondere der Konzeption von Tiermodellen, deren Erkenntnisleistung und evolutionsbedingten Grenzen. Zugleich steht das Tierschutzrecht neben einer heterogenen Tierethik, was häufig zu begrifflichen Verwechslungen führt. Zwar verweist das Tierversuchsrecht auf ethische Vertretbarkeit, tatsächlich handelt es sich jedoch um verwaltungsrechtliche Abwägungen nach rechtseigenen Funktionslogiken. Deren Rationalität hängt maßgeblich von tierphysiologischem und veterinärmedizinischem Wissen ab, das anhand anspruchsvoller Kategorien wie Empfindungsfähigkeit oder Bewusstsein bewertet wird.
Klaus Ferdinand Gärditz zeichnet anhand dieser interdisziplinären Grundlagen das rechtliche Modell eines Konfliktausgleichs nach. Er zeigt die unterschiedlichen Funktionen von Tierversuchen im Recht: In der Regulatorik, etwa im Chemikalien- und Arzneimittelrecht, dienen sie dem Nachweis stofflicher Eigenschaften in Verwaltungsverfahren. Demgegenüber zielt die biomedizinische Forschung primär auf wissenschaftliche Erkenntnis. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erkenntniswert von Tiermodellen in der Grundlagenforschung, die zwar quantitativ bedeutsam ist, in öffentlichen Debatten jedoch oft hinter anwendungsbezogenen Erwartungen zurücktritt.
Details
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Ersterscheinung | 30. August 2026 |
| Maße | 23.2 cm x 15.5 cm |
| Format | Softcover |
| ISBN-13 | 9783162007476 |
| Auflage | 1. Auflage |
| Seiten | 530 |