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Spaltung und Multiplikation des Ichs

Spaltung und Multiplikation des Ichs

von Laura Dorfer
Softcover - 9783656156499
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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,5, Universität Siegen, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Figur des Doppelgängers als Ausdruck innerer Gespaltenheit galt als eines der beliebtesten literarischen Motive in der Romantik sowie im 19. Jahrhundert. Mit dieser Vorstellung vermochten Dichter, den Verlust des einheitlichen, intakten Persönlichkeitsbewusstseins

sowie der lückenlosen Kontinuität des Ichs zu demonstrieren. Rund ein Jahrhundert später erhielt jener literarische Motivkomplex durch die Psychoanalyse Freuds sein theoretisches Pendant. Nunmehr bedurfte die zuvor rätselhaft und nebulös anmutende Spaltungserfahrung nicht mehr mythologischer Erklärungsweisen, sondern erschien vor dem Hintergrund der psychologischen Erläuterungen geradezu evident: Der Doppelgänger wurde

als Konsequenz der Spannungen innerhalb des psychischen Apparats begriffen und als Verkörperung verdrängter Ich-Aspekte betrachtet.

Was nun begann, war eine Doppelgängergeschichte von Literatur und Psychoanalyse, die ¿ entsprechend dem Lacanschen Spiegelstadium, in dem das Bild vor dem Abgebildete ist ¿ Verwirrung über die Chronologie und das Urheberrecht verursachte: Wie vermochten die

Autoren des 19. Jahrhunderts die ein halbes Jahrhundert später generierten psychoanalytischen Theorien antizipierend in ihr Werk aufgenommen haben? Kritiker postulierten gar,

diese Bezüge seien inszeniert, die Psychoanalytiker hätten die literarischen Texte lediglich für die künstliche Umsetzung ihrer wissenschaftlichen Theorien missbraucht. Über solche

Diskussionen hinweg wird zumal der springende Punkt übersehen ¿ das Endergebnis: Die

psychoanalytische Textinterpretation bietet eine faszinierende Lesweise, mit der eine neue

psychologische Dimension literarischer Werke erschlossen werden kann.

In dieser Abhandlung werden in Anlehnung an die psychoanalytische Textinterpretation

zwei Werke des 19. Jahrhunderts analysiert: Die Elixiere

des Teufels von E.T.A. Hoffmann und Der Doppelgänger von Fjodor M. Dostojewski ¿

zwei Werke, die mit einer visionären psychologischen Intuition das Thema der inneren

Zerrissenheit eines psychisch abnormen Menschen umkreisen. Mittels der

psychoanalytischen Lesweise sollen die tiefer liegenden, unbewussten Strukturen der beiden

Werke extrahiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gestaltung des Doppelgängers

eruiert, als auch allgemeine Aussagen über das Motiv des Doppelgänger getätigt

werden.

Spielarten des Doppelgänger-Motivs bei Dostojewski und Hoffmann

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 24. März 2012
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.5 cm
Gewicht 96 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783656156499
Auflage 2. Auflage
Seiten 56