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Beschreibung
Referenzen auf Mittelalterliches spielen in verschiedenen extrem rechten Kontexten und Bewegungen eine wichtige Rolle: als imaginierte Vergangenheit, in der Macht- und Geschlechterverhältnisse, kulturelle und ethnische Homogenität und das gute Landleben einen positiven Gegenentwurf zur Gegenwart bilden. Diese nostalgischen und kulturpessimistischen Entwürfe haben gemeinsam, dass die scheinbar ferne, fremde Vergangenheit in den Dienst einer fundamentalen Gegenwartskritik gestellt wird. Gerade weil „das Mittelalter“ der Moderne so fremd zu sein scheint, eignet es sich als Resonanzraum für Praktiken und Deutungen, die gegen die Gegenwart gerichtet sind. Im vorliegenden Band geht es nicht darum, diese Imaginationen mit den Ergebnissen der „richtigen“ Mittelalterforschung zu kontrastieren. Vielmehr zeigt sich in den international angelegten Beiträgen, wie stark gegenwärtige geschichtsrevisionistische Narrative von nationalhistorischen Ideologemen des 19. Jahrhunderts abhängig sind und deswegen nicht nur um ihrer selbst willen analysiert werden sollten. Diese Beobachtung eröffnet die Perspektive auf eine Neureflexion der wissenschaftlichen Praxis der Mittelalterforschung und auf die Bedeutung, die bis in die Gegenwart hinein Weichenstellungen und Paradigmen des hypernationalistischen 19. und früheren 20. Jahrhunderts für die historischen Kulturwissenschaften zum Mittelalter besitzen.
Gebrauch und Missbrauch des Mittelalters bei der extremen Rechten
Details
| Verlag | De Gruyter Oldenbourg |
| Ersterscheinung | 05. Oktober 2026 |
| Maße | 24 cm x 16 cm |
| Format | Hardcover |
| ISBN-13 | 9783112236536 |
| Seiten | 264 |