Kämpfende Märtyrerinnen wie Perpetua, Agnes und Hripsime, konkurrierende Kaiserinnen, biblische Figuren wie Debora, Isebel und Saphira, verfemte Häretikerinnen oder einfache Frauen im Krieg: In spätantiken Texten und Abbildungen erscheinen sie als Opfer, Täterinnen und Anstifterinnen. Fünfzehn Beiträge aus Kirchengeschichte, Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Christlicher Archäologie untersuchen einprägsame Inszenierungen von Gewalt. Im Zentrum stehen dabei Prozessakten, Dichtungen, Briefe, Predigten, Ketzerpolemik, Geschichtsschreibung, Gesetze sowie materielle Zeugnisse. Sichtbar wird, wie Gewaltdarstellungen unterhaltend und erziehend Glauben stärken, Gegner diffamieren und letztlich Geschlechterordnungen festigen sollen – und wie oft Macht und Ohnmacht ineinander übergehen.
Fighting martyrs such as Perpetua, Agnes and Hripsime; rival empresses; biblical figures such as Deborah, Jezebel and Sapphira; vilified heretics or ordinary women in wartime: in late antique texts and images, they appear as victims, perpetrators and instigators. Fifteen contributions from church history, classics, ancient history and Christian archaeology examine memorable stagings of violence. They focus on trial records, poetry, letters, sermons, anti-heretical polemic, historiography and laws, as well as material evidence. What emerges is how depictions of violence were meant, through entertainment and instruction, to strengthen faith, discredit opponents and ultimately reinforce the gender order – and how often power and powerlessness shade into one another.
Frauen in spätantiken Gewaltdarstellungen