Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt in einem Tempo, das historische Maßstäbe sprengt. Doch die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technologie. Es ist die Frage, ob unsere Gesellschaften schnell genug reagieren können.
Als der Buchdruck Europa veränderte, folgten Reformation, Bauernkriege und jahrzehntelange Konflikte. Die Industrialisierung brachte enorme Produktivitätsgewinne, aber auch soziale Not, Ausbeutung und politische Erschütterungen. Erst neue Institutionen, Sozialversicherung, Mitbestimmung und demokratische Regeln machten den technischen Fortschritt gesellschaftlich beherrschbar.
Heute stehen wir an einem ähnlichen Wendepunkt. KI kann Arbeit entlasten, Krankheiten früher erkennen, Bildung individualisieren und Wohlstand vermehren. Sie kann aber ebenso Arbeitsplätze entwerten, Macht bei wenigen Plattformkonzernen konzentrieren, demokratische Öffentlichkeit manipulieren und eine neue Kluft schaffen, zwischen denen, die KI kontrollieren, und denen, die von ihr kontrolliert werden.
Peter K. Wackerbauer zeigt anhand von sieben Jahrhunderten technologischer und gesellschaftlicher Umbrüche, warum sich Geschichte nicht einfach wiederholt, ihre Muster aber erkennbar sind. Sein Denkmodell der Mediationsphase beschreibt den Zeitraum zwischen technologischer Möglichkeit und gesellschaftlicher Entscheidung. Für die KI hat diese Phase begonnen, und sie wird sich in rund einem Jahrzehnt schließen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was kann künstliche Intelligenz? Sondern: Welche Gesellschaft wollen wir mit ihr schaffen?
Dieses Buch beschreibt zwei mögliche Zukünfte: eine, in der die Technologie die Gesellschaft überrollt, und eine, in der wir die Produktivitätsgewinne der KI nutzen, um Arbeit menschlicher, Wohlstand gerechter und unsere Gesellschaft freier zu machen. Mit aktuellen Daten, historischen Fallbeispielen, konkreten Gestaltungsvorschlägen und Fragen zum Weiterdenken, für Führungskräfte, Politik, Sozialpartner, Bildungsarbeit und alle, die mitreden wollen.
Die Zukunft ist nicht vorgegeben. Aber das Zeitfenster für ihre Gestaltung ist begrenzt. Noch ist es offen, ein Kairos.
Was bleibt vom Menschen? Wie künstliche Intelligenz Arbeit, Macht und Gesellschaft verändert und was wir daraus machen