Shoshana Zuboff spricht von einem Gespür für den Verlust dessen, was uns im Zeitalter der Datenökonomie genommen wird — nicht unsere Daten allein, sondern die Erwartung, Herr über das eigene Leben zu sein. Dieses Buch folgt genau diesem Gespür. Persönlich, unfertig, suchend — und dennoch analytisch präzise.
Hartmut Reinke, Professor für Sozialmanagement und Berufspädagogik, fragt, was Überwachungskapitalismus und digitale Transformation m
für das bedeuten, was Soziale Arbeit im Kern ausmacht: dem Anspruch auf Selbstbestimmung, auf innere Erfahrung, auf Menschlichkeit als Maßstab professionellen Handelns. Er schreibt nicht über Zuboff — er denkt mit ihr. Vier Kategorien aus ihrem Werk werden zur Gliederung des eigenen Denkwegs: das Gespür für den Verlust, die innere Erfahrung und der Wille zum Wollen, die öffentlichen Räume des Handelns, und schließlich die Frage, was es bedeutet, dass der Mensch obenan stehen soll.
Er hört zu: Fachkräfte der Sozialen Arbeit kommen in einer qualitativen Feldstudie zu Wort. Ihre Aussagen zeigen, wie tief die digitale Zäsur in das Selbstverständnis einer Profession eingreift — und wie unterschiedlich sie verarbeitet wird. Das kritisch-emanzipatorische Subjekt, das reflexiv-erschöpfte, das ethisch-fürsorgliche, das digital-mündige: vier Typen professioneller Subjektivität, die mehr verraten als jede Statistik.
Das Buch ist ein Essay im ursprünglichen Sinn: ein Versuch. Kein Lehrbuch, keine Streitschrift — aber auch keine bequeme Lektüre. Es richtet sich an alle, die in der Sozialen Arbeit lehren, forschen oder praktisch arbeiten und spüren, dass die Gegenwart mehr verlangt als Anpassung. Und an alle, die sich fragen, was eine Profession eigentlich verliert, wenn sie aufhört zu fragen, was sie verlieren könnte.
Soziale Arbeit, Digitalisierung und die Frage nach dem Subjekt