✍️ 🧑‍🦱 💚 Autor:innen verdienen bei uns doppelt. Dank euch haben sie so schon 462.732 € mehr verdient. → Mehr erfahren 💪 📚 🙏

Die Täter-Opferrolle von Hanna in Bernhard Schlinks "Der Vorleser"

Die Täter-Opferrolle von Hanna in Bernhard Schlinks "Der Vorleser"

von Christina Di Bartolomeo
Softcover - 9783638762564
17,95 €
  • Versandkostenfrei
Auf meine Merkliste
  • Hinweis: Print on Demand. Lieferbar in 2 Tagen.
  • Lieferzeit nach Versand: ca. 1-2 Tage
  • inkl. MwSt. & Versandkosten (innerhalb Deutschlands)

Autorenfreundlich Bücher kaufen?!

Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,5, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Bernhard Schlink befasst sich in seinem Roman Der Vorleser intensiv mit der Schuldfrage. Vor allem anhand seiner beiden Hauptfiguren, Hanna und Michael erörtert er wodurch man sich am Geschehen des Zweiten Weltkrieges mitschuldig macht. Michael wird als passiver Schuldiger dargestellt, da er sich in eine ehemalige Aufseherin eines KZ-Lagers verliebt. Brisanter wird das Thema der Schuldfrage in Bezug auf die Aufseherin selbst. Hanna Schmitz ist Analphabetin und war an den Taten des Zweiten Weltkrieges durch ihre Arbeit als Aufseherin aktiv beteiligt.

Schlink bringt uns diese Person auf eine ganz ungewohnte Art und Weise nahe, nämlich indem er sie uns nicht als herzloses Monster vorstellt, sondern indem er uns nach und nach Sympathie für sie entwickeln lässt, bevor er uns in ihr dunkles Geheimnis einweiht. Schlink leitet somit eine neue Art der Konfrontation mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ein. Wurde zuvor meistens der Konflikt mit der eigenen Familie in Bezug auf die Taten des Zweiten Weltkrieges gesucht, so finden wir hier eine neue Art der Auseinandersetzung: die eines Jungen mit seiner Geliebten. Auf diese Art wird die Distanz, die zuvor durch die sogenannte Väterliteratur zur Tätergeneration aufgebaut wurde, abgebaut. Es ergibt sich eine ganz neue Perspektive auf die Schuldfrage.

Schlink stellt Hanna nicht als klischeehafte Nazi-Verbrecherin dar, reduziert sie aber auch nicht auf eine simple Sympathiefigur, wodurch er den Leser dazu auffordert sich selbst ein Bild über diese Frau zu machen und sich ernsthaft mit ihr und ihren Taten auseinander zu setzen. Hinzu kommt der Analphabetismus als Behinderung, die verschiedene Handlungen von Hanna Schmitz erklärt. Ob man diese Behinderung allerdings als Verminderung ihrer Schuldfähigkeit ansehen soll, bleibt im Buch ungeklärt. Schlink überläßt seinen Lesern die schwierige Aufgabe, darüber zu urteilen, inwiefern Hanna eine gewalttätige nationalsozialistischen Täterin ist und inwiefern sie ein Opfer ihrer Leseschwäche und der ungewöhnlichen Umstände ist.

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 09. Oktober 2007
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 51 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783638762564
Auflage 2. Auflage
Seiten 24

Widerruf erklären

Füllen Sie das folgende Formular aus, um Ihre Widerrufserklärung abzugeben.