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Die Einung unter Fundamantalismusverdacht. Eine Untersuchung zur Ideologie der Qumran-Gemeinde

Die Einung unter Fundamantalismusverdacht. Eine Untersuchung zur Ideologie der Qumran-Gemeinde

von Matthias Flohr
Softcover - 9783656722137
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1, Freie Universität Berlin (Institut für Judaistik), Veranstaltung: Qumran - Die Textrollen vom Toten Meer, Sprache: Deutsch, Abstract: Fundamentalismus ist ein Begriff der Moderne, doch das Phänomen, das er beschreibt, ist

ein altes: Das Gefühl von Dekadenz und Verfall einer Umweltkultur, ausgelöst durch

umfassende gesellschaftliche, soziale, politische und ökonomische Veränderungen, führt

seit Jahrtausenden in den konservativen Schichten einer Gesellschaft zu einer Auseinandersetzung

mit und einer Kritik an dieser sich radikal verändernden Umwelt. Die

¿Invasion einer fremden Kultur¿1 bedeutet für große Teile der Bevölkerung ein Gefühl der

Bedrohung und der Verunsicherung: Die bestehende soziale Ordnung wird durch das

Spannungsverhältnis zwischen traditionellen Ansichten und der vermeintlichen

Vorteilhaftigkeit oder gar der Notwendigkeit zur Anpassung in Frage gestellt und gerät ins

Wanken. Zwei Optionen stehen zur Wahl: Erstens die Anpassung an das neue geistige

Klima, unter partieller oder völliger Aufgabe der eigene n Tradition; Oder zweitens die

Rückkehr zu den Wurzeln des bedrohten sozialen Gefüges, welche oft in der Religion zu

finden sind. Tendenziell sind es vornehmlich die ökonomischen und politischen Eliten, die

sich für die erste der beiden Möglichkeiten entscheiden und den für sie vorteilhafteren Weg

der Assimilation wählen, wohingegen die ¿breite Masse¿ zunächst eher dazu neigt, in ihren

Traditionen zu verharren. So entstehen im Verlaufe tiefgreifender sozio -kultureller

Umwälzungen zwei gesellschaftliche Extreme: Die vollständige Assimilation in den neuen

kulturellen Mainstream auf der einen Seite und die konsequente Ablehnung jeder

Veränderung bis hin zur reaktionären Verteidigung der Tradition auf der anderen Seite.

Zwischen diesen beiden Extremen besteht naturgemäß ein Spannungsverhältnis, welches

sich zu einem offenen, im Extremfall auch gewaltsamen Konflikt ausweiten kann. Dies ist

insbesondere dann der Fall, wenn die traditionalistisch gesinnten Schichten einer

Gesellschaft nach und nach ihrer politischen und ökonomischen Partizipationsfähigkeiten

beraubt werden und sie ihren angestammten Platz innerhalb einer Gesellschaft verlieren.

Eine zunehmende Radikalisierung dieser marginalisierten Schichten ist die Folge, die

Bildung extremistischer, teils militanter Gruppierungen ein Ausdruck dafür.

Eine besondere Brisanz erhält dieser Prozeß, wenn die von den Veränderungen betroffene

Umweltkultur von einem festen Koordinatensystem einer Religion bestimmt wird. [...]

1 Meyer 1991:68.

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 04. September 2014
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 56 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783656722137
Auflage 1. Auflage
Seiten 28

Schlagwörter