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Der fehlgeleitete Leser. Werther-Fieber, Werther-Effekt und mediale Gewalt

Der fehlgeleitete Leser. Werther-Fieber, Werther-Effekt und mediale Gewalt

von Katharina Bene
Softcover - 9783656437659
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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Wien (Vergleichende Literaturwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Eigentlich war dem Menschen Bildung noch nie ganz geheuer. Aber während man beispielsweise

im Mittelalter alle Bücher verräterischen Inhalts mitsamt deren Autoren zu verbrennen gewöhnt

war, gestaltete sich die Sache ab dem 18. Jahrhundert zunehmend schwieriger.

Durch Modernisierungen des Buchdrucks und Verlagswesens und durch die steigende allgemeine

Alphabetisierung sah sich auch erstmals ein verhältnismäßig heterogeneres Publikum mit einer

verhältnismäßig heterogeneren Auswahl an Texten konfrontiert. Die Diskussion um die potenziellen

Gefahren des übermäßigen Lesens kulminierte um die Zeit des Werther-Fiebers, wo insbesondere

ein knappes Dutzend Werther-bedingter Selbstmorde Aufsehen erregten. Hierauf wird auch der

Hauptaugenmerk dieser Arbeit gerichtet sein. Mit jeder Einführung eines neuen Mediums wird

allerdings letztendlich dieselbe Diskussion neu entfacht: ob ihr Konsum schädliche Auswirkungen

haben könnte, und ob man ihn nicht sicherheitshalber, wenigstens bestimmten Gruppen, verbieten

sollte. Heute dreht sich diese Debatte in erster Linie um Computerspiele, deswegen wird auch das

abschließend kurz behandelt.Der Diskurs um die Gefahren der Medien ist deswegen seit dem 18. Jahrhundert von so hohem

emotionalem Potenzial und von so gleichbleibender Bedeutung für die Gesellschaft, weil die

Medien seit dieser Zeit begonnen haben, einen Aufgabenbereich einzunehmen, den früher die

Kirche innehatte: in den Medien wird ausgehandelt, was die aktuellen Werte und Ideologien einer

Gesellschaft sind.1

Es gilt also zu klären, wie sich dieser Diskurs in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat, und wie

sich der Umgang mit fiktionaler Gewalt vom 18. Jahrhundert bis heute verändert hat.

Im Mittelpunkt dieser Überlegungen soll das Werther-Fieber mit der berüchtigten ¿Selbstmord-

Welle¿ stehen, die zwar nicht die ersten Nachahmungstaten fiktionaler Gewalt in der Geschichte der

Menschheit sind ¿ aber der erste diesbezügliche Skandal: schließlich wurden Kreuzzüge oder

Hexenverbrennungen beispielsweise nicht als Amokläufe fehlgeleiteter Leser aufgrund von

pervertiertem Konsum gewaltverherrlichender Medien angesehen, sondern als richtiges,

gesellschaftlich erwünschtes Handeln.

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 24. Juni 2013
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.6 cm
Gewicht 118 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783656437659
Auflage 1. Auflage
Seiten 72

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