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Beschreibung
Ethnologen haben ganze Bibliotheken mit Beschreibungen „primitiver Völker“ gefüllt: ihre komplizierten Religionsssysteme, magischen Brauchtümer, trivialen Ackerbauriten oder verzwickten Verwandtschaftsbeziehungen. Doch über die elementare Lebensgrundlage, die Ökonomie des traditionellen Landbaus, finden sich nur wenige Zeilen.
Und die Ökonomen? Die alten Meister haben sich Geschichten am Schreibtisch ausgedacht, wie die Arbeitsteilung, der Austausch von Gütern und das Geld in die Welt gekommen sind - aber diese Sujets folgen erst nach unserer Fragestellung. Es handelt sich hierbei ohnehin um logische Ableitungen, um Erzählungen, mit denen sich theoretische Konstruktionen schmücken lassen und sie stützen. Mit der Realität haben diese Geschichten nichts zu tun.
Deshalb ist David Goodfellow, langjähriger Lecturer in Economics der Universität Kapstadt und besonders gut mit den in Südostafrika angesiedelten Völkern der Bomvana, Lengwe, Pondo, Themba, Tonga und Xosa vertraut, ein außerordentlicher Glücksfall für Wissenschaft und Lesewelt. Kann er doch leisten, was meist lediglich gefordert wird: verschiedene Wissenschaftsbereiche (Ökonomie, Soziologie, Ethnologie) zusammenzuführen und so ganz neue und verblüffende Einsichten zu ermöglichen.
Das Buch erschien im Original 1939 auf Englisch. 1954 folgte eine deutsche Übersetzung des bereits als klassisch eingeschätzten Textes. Und auch heute noch lesen wir das Werk, das wertvolle Perspektiven auf die Wirtschaftsweisen vorkapitalistischer Gesellschaften entwickelt, aber auch Modifikationen der modernen Wirtschaftstheorie anregt, mit großem Interesse und Gewinn.
Traditionelle Ökonomie in Afrika
Details
| Verlag | Metropolis |
| Ersterscheinung | Juni 2025 |
| Maße | 20.8 cm x 13.5 cm |
| Gewicht | 456 Gramm |
| Format | Hardcover |
| ISBN-13 | 9783731616061 |
| Seiten | 260 |