Codex Vitae ist ein spiritueller und poetischer Roman, der eine Versammlung, einen zeitlosen Dialog zwischen den größten Ärzten und Denkern der Geschichte (Hippokrates, Avicenna, Paracelsus, Freud, Jung) imaginiert, um die tiefe Bedeutung der Heilkunst zu hinterfragen. Die Autorin stellt die Figur des alten „Arztes als Hüter der Einheit”, eines Heilers, der Körper, Seele und Geist behandelte, der Figur des modernen Arztes gegenüber, der oft zu einem „Funktionär” reduziert wird, der Organe repariert und von Bürokratie und Spezialisierung unterdrückt wird. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen die „Krankheiten ohne Namen” unserer Zeit (Autoimmunerkrankungen, chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie, Depression), die als „Spiegel der Gesellschaft” und als Ausdruck eines tiefen inneren Ungleichgewichts gesehen werden. Die grundlegende Botschaft ist ein eindringlicher Appell, eine Idee der ganzheitlichen Medizin wiederzuentdecken, die den Patienten nicht als „Nummer”, sondern als „Ganzes”, als komplexes und unteilbares menschliches Wesen betrachtet. Um diese neuen Krankheiten zu heilen, hält es die Autorin für notwendig, „Brücken zwischen den Zeiten” zu bauen, indem die Weisheit alter Heiltraditionen mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft in einer Synthese zwischen Ost und West vereint werden. Wahre Heilung beginnt laut dem Werk mit einem Akt der Menschlichkeit: Zuhören, Präsenz und die Wiederentdeckung der „Menschlichkeit”, die die Grundlage der Beziehung zwischen Arzt und Patient bilden muss. Der Text ist daher eine Einladung, die Medizin von einer kalten Anwendung der Technik zu einer „Kunst des Lebens” zu verwandeln, einer neuen Ethik der Pflege, die auf Mitgefühl und Verantwortung basiert.