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Beschreibung
Florian S. Rösch untersucht erstmals systematisch die christliche Populärmoral und Laienethik im spätantiken und früharabischen Ägypten anhand koptischer Literatur. Im Zentrum steht die Neuedition der sogenannten
Gnomai des Konzils von Nizäa
(clavis coptica 0021), eines bislang nur unzureichend erschlossenen Verhaltenskatalogs für ägyptische Laienchristen aus dem 4. Jahrhundert. Der Autor verbindet philologische Textedition, patristische Quellenanalyse und sozialgeschichtliche Forschung, um die Vermittlung christlicher Moralvorstellungen an breite Bevölkerungsschichten zu rekonstruieren.
Ausgehend von drei koptischen Handschriften und einem Ostrakon wird erstmals ein vollständiger kritischer Text mit Übersetzung und Kommentar vorgelegt. Die Gnomai werden anschließend mit mehr als achtzig koptischen Homilien, kirchenrechtlichen Quellen, Alltagstexten und archäologischen Zeugnissen in Beziehung gesetzt. Dadurch entsteht ein Handbuch der ethischen Normen, die das Alltagsleben der christlichen Bevölkerung Ägyptens prägten.
Der Autor zeigt, dass sich die koptische Homiletik gezielt an die einfachen, häufig illiteraten
simple believers
richtete und ethische Inhalte in memorierbarer Form durch Sentenzen, Sprichwörter und Lasterkataloge vermittelte. Besonders die Liturgie und der Gottesdienst erscheinen als zentrale Medien moralischer Unterweisung. Der Autor leistet damit einen neuen Beitrag zur Erforschung von frühchristlicher Ethik, Theologie, koptischer Literatur, spätantiker Religionsgeschichte und populärer Religiosität im östlichen Mittelmeerraum.
Neuedition der Gnomai des Konzils von Nizäa (clavis coptica 0021)
Details
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Ersterscheinung | 31. Januar 2027 |
| Maße | 23.2 cm x 15.5 cm |
| Format | Softcover |
| ISBN-13 | 9783162008466 |
| Seiten | 610 |