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An den Grenzen des Bildobjekts

An den Grenzen des Bildobjekts

von Lukas Roland Wilde
Softcover - 9783640696963
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Theater- und Medienwissenschaften ITM), Veranstaltung: Hauptseminar ¿Diagramme in Film und Fernsehen¿, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Chemnitzer Philosoph Klaus Sachs-Hombach betreibt das Projekt der Auslotung möglicher Konturen einer ¿allgemeinen

Bildwissenschaft¿ seit vielen Jahren und hat in zahlreichen Publikationen die Fluchtlinien eines solchen

Unterfangens anskizziert. Besonders aufschlussreich ist dazu der Interview-Band Wege zur

Bildwissenschaft, in dem Sachs-Hombach Gespräche mit sehr heterogenen Partnern führt. Liest man die 280 Seiten aufmerksam, springt eine

Frontstellung besonders stark ins Auge: Die

bekannte Frage, ob ein Bild ein Zeichen sei; es lassen sich zwei Beobachtungen deutlich markieren: Die meisten der

vertretenen Gesprächspartner erachten die Semiotik einerseits, und eher an der Erfahrung ausgerichtete

Forschungsansätze andererseits, dezidiert nicht als einander ausschließende ¿Wege zur Bildwissenschaft¿.

Eine zweite Beobachtung aber bleibt, dass Lambert Wiesing, den der Band einer ¿philosophischen

Bildwissenschaft¿ zurechnet, genau jede Demarkation nicht nur aufrecht erhält, sondern ausdrücklich

akzentuiert. Seine Ausführungen lassen sich pointiert dahingehend zusammenfassen, dass ein Bild niemals als Zeichen zu begreifen sei, da das Bildobjekt (das, was wir im Bild sehen) nicht in seinen

physikalischen Beschreibungen zu fassen sei. Es manifestiere sich stattdessen in einer eigenen Art des

Seins sui generis, die es in der Welt sonst nicht gebe: In einer ontologischen Setzung wird die ¿reine

Sichtbarkeit¿ des Bildobjekts genannt, eine Weise des Seins, die von physikalisch existierenden Dingen

und Objekten ebenso unterschieden werden muss, wie vom physikalischen Trägermaterial, aus dem das

Bildobjekt notwendigerweise hervorgeht. Zeichen würden generell erst in ihrer

Verwendung als solche zu Zeichen ¿ anders das Bild, das niemals aufhören könne, sichtbares

Phänomen zu sein. Da Wiesings Position deutlich hervorsticht, lohnt es sich der Frage nachzugehen, was jenes ¿Bildobjekt¿ genau ist, das

eine uneinholbare Bruchstelle zwischen den disziplinären Zugängen generiert. Es wird sich herausstellen, dass Wiesings Bildverständnis keineswegs homogen ist, sondern mit fortschreitender

Publikationsgeschichte punktuelle aber folgenreiche Divergenzen aufzuweisen hat. Im Rückschluss

sollen die resultierenden Konsequenzen für die bildwissenschaftliche Forschung angedacht werden.

Zu Lambert Wiesings Phänomenologie der 'Reinen Sichtbarkeit'

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 16. September 2010
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 56 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640696963
Auflage 2. Auflage
Seiten 28