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Volksentscheid und Referendum

Volksentscheid und Referendum

von Nico Mehlhorn
Softcover - 9783640382934
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands, Note: 1,3, Technische Universität Dresden (Institut für Politikwissenschaft), Veranstaltung: Parlament und Regierung in Deutschland (Schwerpunkt: Große Koalition), Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Das Thema ¿Direkte Demokratie¿ beschäftigt Politiker und Wissenschaftler bereits seit langer

Zeit. Die Anfänge liegen schon in der Antike, genauer in der athenischen Demokratie im 5.

und 6. Jahrhundert vor Christus. Hier wurden alle wichtigen Entscheidungen von der

Volksversammlung aller voll berechtigten Bürger getroffen. In der Folgezeit setzten sich

Monarchien und der Absolutismus in Europa durch. Erst im 18. Jahrhundert entflammte eine

erneute Diskussion darüber, ob Souveränität repräsentierbar ist. Zu nennen sind hier vor allem

zwei verschiedene Ansichten: Einerseits die der Federalists, für die eine Herrschaft des

Volkes undenkbar war. Andererseits die des Jean-Jacques Rousseau, für den Souveränität

unübertragbar und unveräußerlich war. Allerdings konnte sich Rousseaus Ansatz nicht

durchsetzen, da er unverkennbare Schwächen hatte.

In der Bundesrepublik Deutschland sieht das Grundgesetz keine direktdemokratischen

Entscheidungsverfahren vor. Einzig in den Artikeln 29 und 146 werden dem Volk direkte

Einflussmöglichkeiten eingeräumt, wenn eine neue Verfassung in Kraft treten

beziehungsweise das Bundesgebiet neu gegliedert werden soll.

Das politische System der Bundesrepublik Deutschland hat sich seit 1949 als äußerst stabil

erwiesen. Bewusst wurden keine direktdemokratischen Elemente in die Verfassung

aufgenommen. Zu sehr waren das Scheitern der Weimarer Republik und dessen Folgen im

Bewusstsein der Menschen verankert. Heute allerdings besteht unter Wissenschaftlern der

Konsens, dass die Weimarer Republik nicht an Volksentscheiden oder anderen plebiszitären

Mitteln gescheitert ist. Deutlich wird die Angst, die mit direkter Demokratie 1949 verbunden

war, in folgenden Worten des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss: ¿Das Volksbegehren,

die Volksinitiative, in den übersehbaren Dingen mit einer staatsbürgerlichen Tradition

wohltätig, ist in der Zeit der Vermassung und Entwurzelung, in der großräumigen Demokratie

die Prämie für jeden Demagogen und die dauernde Erschütterung des mühsamen Ansehens,

worum sich die Gesetzgebungskörper, die vom Volk gewählt sind, noch werden bemühen

müssen, um es zu gewinnen.¿ Erst in den sechziger Jahren entstanden erste Bewegungen,

beispielsweise Studentenbewegungen, die sich für die Einführung von direktdemokratischen Elementen einsetzten. Mit der Wende kam es schließlich in allen deutschen Bundesländern

zur Ausbildung und Verankerung solcher in den Verfassungen.

Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 27. Juli 2009
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.4 cm
Gewicht 68 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640382934
Auflage 2. Auflage
Seiten 36