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Beschreibung
Interessenwahrungsverhältnisse sind Beziehungen, in denen die eine Seite die Macht und die Pflicht hat, die Interessen der anderen Seite nach bestem Ermessen wahrzunehmen und zu wahren. Sie sind intrinsisch und instrumentell äußerst wertvoll. Doch mit der Macht eines Interessenwahrers gehen vielfältige Möglichkeiten des Missbrauchs einher.
Robert Lamersdorf geht mit rechtsvergleichendem Fokus unter Einbeziehung des US-amerikanischen fiduciary law der Frage nach, welche rechtlichen Vorkehrungen angesichts des Missbrauchsrisikos erforderlich sind, um eine produktive Wahrnehmung fremder Interessen zu ermöglichen. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auch auf die Grenzen dessen, was das Recht überhaupt unmittelbar zu leisten vermag. Eine Kernthese lautet, dass Zwang, Haftung und Sanktionen zwar unverzichtbare Mittel gegen Machtmissbrauch sind, Vertrauen und Loyalität dadurch jedoch nur in begrenztem Umfang abgesichert werden können. Effektive Interessenwahrung ist vielmehr in erheblichem Maße auf eine außerrechtliche normative Infrastruktur angewiesen, die sich zusammenfassend als „Kultur des Vertrauens" beschreiben lässt. Hierzu zählen internalisierte soziale und moralische Normen, soziale Rollen, Gewohnheiten, Dispositionen und Grundannahmen. Der Autor arbeitet heraus, dass es sich hierbei um eine Form von Sozialkapital handelt, die Merkmale eines öffentlichen Gutes trägt und als solches durch Unterinvestitionen sowie negative Externalitäten gefährdet ist. Daran anlehnend entwickelt er eine weitere These: Dem Recht der Interessenwahrungsverhältnisse kommt eine Regulierungsaufgabe zu, nämlich dieses Sozialkapital und damit das öffentliche Gut „Vertrauen in Interessenwahrer" zu sichern und zu bewahren.
Details
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Ersterscheinung | 31. Juli 2026 |
| Maße | 23.2 cm x 15.5 cm |
| Format | Softcover |
| ISBN-13 | 9783162001887 |
| Auflage | 1. Auflage |
| Seiten | 350 |