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Beschreibung
Sophie Tavakoli entwickelt eine neue dogmatische Konzeption zur rechtlichen Erfassung zentraler Vertrauensbeziehungen. Während das deutsche Recht Treuhand traditionell eng als vermögensbezogene Konstruktion mit dinglichem Eigenrecht verstanden hat, zeigt die Autorin die methodischen, dogmatischen und verfassungsrechtlichen Grenzen dieses Ansatzes auf.
Die bisher verengte Treuhanddefinition ersetzt sie durch ein modernes weites Verständnis der Treuhand. Demnach bildet die Treuhand die grundlegende rechtliche Strukturform zur Organisation von Vertrauensbeziehungen. Allen Treuhandbeziehungen gemeinsam ist der Gesamteindruck der „fremdnützigen Interessenwahrnehmung durch selbstständige Dritte". Konkretisiert wird der Gesamteindruck durch vier typusprägende Merkmale: die Wahrnehmung fremder Interessen, strikte Fremdnützigkeit, rechtlich vermittelte Selbstständigkeit des Treuhänders und
eine qualifizierte Vertrauensstellung. Diese Konzeption ermöglicht es erstmals, nichtvermögensrechtliche Interessen in das Treuhandverständnis einzubeziehen und die Beziehungen dadurch rechtlich zu konturieren: Im Arzt-Patienten-Verhältnis liefert die treuhänderische Einordnung die dogmatische Grundlage für Aufklärungs-, Loyalitäts- und Sorgfaltspflichten und verbindet medizinethische Autonomievorstellungen mit zivilrechtlicher Dogmatik. Im Bereich der Datentreuhand ermöglicht die Theorie eine präzise rechtliche Bewertung regulatorischer Konzepte im Spannungsfeld von Datenschutz und Digitalisierung.
Fremdnützige Interessenwahrnehmung durch selbstständige Dritte
Details
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Ersterscheinung | 30. Oktober 2026 |
| Maße | 23.2 cm x 15.5 cm |
| Format | Hardcover |
| ISBN-13 | 9783162003799 |
| Auflage | 1. Auflage |
| Seiten | 380 |