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Reziprozität

Reziprozität

von Thomas Weingartner
Softcover - 9783640150397
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich VWL - Sonstiges, Note: 2,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Seminar für Theorie und Politik der Einkommensverteilung), Veranstaltung: Psychologie und Ökonomie, Sprache: Deutsch, Abstract: Wirtschaft scheint logisch. Das Studium eines Ökonoms besteht größtenteils darin, sich mit

technischen Fertigkeiten und Werkzeugen auszustatten, um schließlich auf dem effizientesten Weg

zum Gleichgewicht zu gelangen. Nutzenmaximierung, Rationalität, die optimale Menge,

Erstausstattungen und Allokationen sind Fachbegriffe, die uns bereits aus dem Grundstudium

geläufig sind. Besonders das Nutzenmaximierungsverhalten homogener Agenten war und ist ein

Steckenpferd der ökonomischen Sicht, das sich aufgrund erfolgreicher Vorhersagemöglichkeiten bis

heute durchgesetzt hat. Jedoch können nur zutreffende Ergebnisse aus standardisierten Modellen

auf vollständigen Märkten gefolgert werden1.

Diese oft zwanghaft erscheinende, von der Realität entfremdete Kallibrierung von Modellen fiel

Adam Smith bereits im Jahre 1759 auf. Smith, nicht nur Ökonom, sondern auch bedeutender

Moralphilosoph, wies darauf hin, dass sich der Nutzen eines Individuums nicht nur durch

Abbildung seiner eigenen Präferenzen darstellen ließe. Vielmehr strich er heraus, dass das

Wohlbefinden von sozialer Interaktion abhängt und somit erheblichen Einfluss auf dessen

wirtschaftliches Handeln hat. Die Sympathie mit den Mitmenschen unterstellte er als Grundlage der

Moral und als Triebfeder menschlichen Handelns.2

Das Auftreten von Phänomenen wie unvollständigen Märkten, Finanzmarkträtseln wie dem

Risikoprämienrätsel oder einfachen Allokationsproblemen zeugen von der Tatsache, dass

ökonomische Grundmodelle an ihre Grenzen stoßen. Um auch weiche Faktoren, wie beispielsweise

Heterogenität, in Nutzentheorien berücksichtigen zu können, ist es nötig, psychologische und

moralische Konzepte zu verstehen und in wirtschaftliche Denkstrukturen aufzunehmen und

umzusetzen. Seit den 80er Jahren hat dieser Sinneswandel in der Ökonomie Einzug erhalten, so

dass sozialpsychologische Ansätze wie Fairness und Reziprozität mehr und mehr in wirtschaftliche

Modelle eingebettet werden.

Diese Arbeit soll das Konzept der Reziprozität, also das gegenseitige Austauschen von

Gefälligkeiten, aus dem sozialpsychologischen Blickwinkel beleuchten, von anderen

psychologischen Verhaltensweisen abgrenzen und schließlich ökonomische Implikationen dieser

Grundmoral andeuten. Als Rahmen dient hier der Artikel ¿The Norm of Reciprocity: A Preliminary

Statement¿ von Alvin W. Gouldner.

Nach Vermittlung der Norm aus sozialpsychologischer Sicht wird anhand von Experimenten die

Nutzbarmachung des Prinzips veranschaulicht.

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 30. August 2008
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 56 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640150397
Auflage 2. Auflage
Seiten 28