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Beschreibung
Offiziell gab es im Sozialismus keine Prostitution. Christiane Brenner untersucht, wie die Tschechoslowakei der Jahre 1948-1989 mit sexueller Arbeit umging. Ihre Analyse der polizeilichen und gerichtlichen Praxis, von Expertendiskursen und der Mitwirkung wachsamer Bürger:innen, fördert ein Nebeneinander von Verfolgung, Duldung und Nutzung von Sexarbeit durch die Staatssicherheit zutage. Ebenso widersprüchlich war die Wirkung dieser Politik: Menschen, die wegen Prostitution verurteilt wurden, galten als Asoziale und erlebten gesellschaftliche Ausgrenzung. Das trug zur Stabilisierung der ‚sozialistischen Ordnung‘ bei. Dass diese Ordnung aber auch straflos unterlaufen werden konnte, beschädigte auf Dauer ihre Glaubwürdigkeit.
„Sexarbeit im Arbeiterstaat“ liefert am Beispiel von Prostitutionspolitik einen Beitrag zur Politik-, Herrschafts- und Sozialgeschichte der sozialistischen Tschechoslowakei. Das Buch gibt einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen, ethnischen und die Geschlechterhierarchien dieses Staates. Es verdeutlicht, dass sich die geltenden Machtverhältnisse auch im vorherrschenden Verständnis von Sexualität manifestierten: Welcher Sex galt als legitim, welcher wurde als pathologisch verurteilt?
Sozialistische Ordnung, Geschlecht und ‚Prostitution‘ in der Tschechoslowakei (1948–1989)
Details
| Verlag | De Gruyter |
| Ersterscheinung | 13. September 2026 |
| Maße | 24 cm x 16 cm |
| Gewicht | 500 Gramm |
| Format | Softcover |
| ISBN-13 | 9783111652818 |
| Seiten | 500 |