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Beschreibung
In der Spätantike konnten Privatpersonen in verschiedenen Situationen Grundstücke oder andere Vermögenswerte durch Akte des Kaisers oder der Verwaltung erwerben. Häufig stammten diese aus Konfiskationen, etwa erbenloser Nachlässe (
bona vacantia
,
caduca
), des Vermögens verurteilter Straftäter (
bona damnatorum
) oder herrenloser Sklaven (
vaga mancipia
). Da der
fiscus
diese Güter oft nicht wirtschaftlich nutzen konnte und der Kaiser zugleich politischem Druck ausgesetzt war, einflussreiche Personen zu belohnen, wurden sie vielfach weitergegeben - teils entgeltlich, häufig aber auch unentgeltlich. Dabei entwickelte sich ein Verfahren, in dem Privatleute mittels einer
petitio
eine kaiserliche Zuwendung beantragen konnten.
Die Arbeit untersucht anhand spätantiker Kaiserkonstitutionen dieses Verfahren sowie die privatrechtliche Stellung der Empfänger. Die Analyse zeigt, dass diese in der Regel Eigentum erwarben - selbst dann, wenn die Sachen nicht dem
fiscus
zustanden. Da ein gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten im römischen Recht grundsätzlich ausgeschlossen war, ist dieser Eigentumserwerb als Erwerb durch Hoheitsakt zu verstehen.
Zugleich wird deutlich, dass die spätantiken Kaiser differenzierte und durchdachte Regelungen trafen und um einen gerechten Interessenausgleich bemüht waren. Ein Verfall der Rechtskultur, wie ihn die These vom spätantiken Vulgarrecht annimmt, lässt sich nicht feststellen.
Rechtserwerb durch kaiserliche Eigentumszuweisung in der Spätantike
Details
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Ersterscheinung | 30. September 2026 |
| Maße | 23.2 cm x 15.5 cm |
| Format | Hardcover |
| ISBN-13 | 9783162003478 |
| Auflage | 1. Auflage |
| Seiten | 632 |