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Gedenkfeier 1921: "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"

Gedenkfeier 1921: "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"

von Larissa van Schayck
Softcover - 9783640945450
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Russistik / Slavistik, Note: 2, Ruhr-Universität Bochum (Slawistik), Veranstaltung: "Rezeptionsgeschichte - Puskin-Konzepte im 19. Jahrhundert", Sprache: Deutsch, Abstract: Der Wandel des Dichterbildes in der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts steht im

Zeichen der Kultur und Gesellschaft. Die russische Literatur des beginnenden 20.

Jahrhunderts ist eine Literatur des Autors, die den Leser zwingt, sich den Idealen und der

Weltsicht dieses Autors anzupassen. «Der eigentliche Dichterkult beginnt in Russland nach

dem Tod Pükins, dessen Biographie allmählich zum Muster einer Dichter-Vita stilisiert wird.

Doch erst im Symbolismus, im «Silbernen Zeitalter», das sich im Selbstverständnis an der

«goldenen» Pükinzeit orientiert, entsteht der erwähnte auktoriale Diskurs, in dem das

Dichterbild zu einer zentralen Bezugsinstanz in der Literatur zu werden beginnt. *1)

Die Literatur und Kunst der Moderne in Russland haben einen gewaltigen Aufschwung in der

raschen Abfolge von Stilepochen erlebt. Der Realismus des 19. Jahrhunderts weicht um 1900

dem Symbolismus, dieser wiederum um 1910 von der Avantgarde, vom Akmeismus und

Futurismus verdrängt. Die Wende zur Moderne erscheint als eine Abkehr vom Realismus des

19. Jahrhunderts. Die Symbolisten definierten ihre Kunst als Streben zu einer ¿höheren¿

Realität. Die Futuristen vertraten dagegen die Auffassung eines diesseitigen Universums. Sie

demonstrierten ihren Bruch mit der Tradition.

Die russische Avantgarde war keine einheitliche Bewegung. Sie war in kleinere Gruppen

zersplittert, die danach strebten, eine neue Kunst zu schaffen. Im Herbst 1911 konstituierte

sich die Petersburger Dichtergilde (Cech poetov), die durch Achmatova, Gorodeckij,

Gumilev, Mandel¿¿tam und andere vertreten war. Mit dem Tode Gumilevs (1921) löste sich

die Gruppe langsam wieder auf. Aus dieser Gruppe heraus entstand eine Bewegung - der

Akmeismus. Der Akmeismus knüpfte an die Errungenschaften des Symbolismus an. Der

Symbolismus, so Gumilev, habe ¿eine Störung des Gleichgewichts in der Poesie bewirkt. Er

habe sich dem Symbol unterworfen und sich in der Verschmelzung der poetischen Bilder in

einer nubelösen Metaphysik verfangen.¿*2) Deshalb wolle man den Vers von den Fesseln des

Metrums befreien, alle poetischen Mittel sollten gleich-berechtigt nebeneinander stehen. Das

Symbol solle nur ein Mittel unter vielen sein. Der Dichter solle in dieser Welt bleiben und auf

alles mystische Streben verzichten. Die Betonung des Diesseits solle den Zustand des

Gleichgewichts in der Kunst herstellen. [...]

Chodasevic "Koleblemyj trenoznik"

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 05. Juli 2011
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 56 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640945450
Auflage 3. Auflage
Seiten 28