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Beschreibung
Die Frage, wie kulturelle Differenzen überbrückt werden können, zählt zu den zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Freundschaften gelten in der Soziologie als eine der Formen, in denen gesellschaftliche Integration über solche Differenzen hinweg erfolgen kann, doch ihr Beitrag ist bisher wenig erforscht.
In ihrer Arbeit untersucht Anna Ohrt Freundschaften, die sich durch religiös-weltanschauliche Differenzen auszeichnen, und zeigt auf, inwiefern sie Räume für lebensweltliche Vergemeinschaftung eröffnen. Aus wissenssoziologischer Perspektive werden diese Freundschaften als Mikrokosmen gesellschaftlicher Wirklichkeit betrachtet – zugleich bieten sie einen empirischen Zugang zum Verständnis sozialer Integrationsprozesse.
Die Analyse rekonstruiert die Freundschaftsbiographien, identifiziert zentrale Formen kommunikativen Freundschaftshandelns und typisiert Freundschaftsbeziehungen nach ihren Intersubjektivitätsmodi. Die Ergebnisse zeigen, dass alle drei rekonstruierten Freundschaftstypen sozialintegrativ wirken, indem sie auf unterschiedliche Weise Zusammengehörigkeit herstellen – je nachdem, wie sie das freundschaftliche ‚Wir‘ konstruieren und davon ausgehend mit der Differenz umgehen. Damit gibt die Studie einen empirisch fundierten Einblick in das Wie einer spezifischen Facette sozialer Integration: Indem sie die Blackbox des sozialintegrativen Freundschaftshandelns öffnet, konkretisiert sie das Konzept sozialer Integration und liefert damit neue Ansatzpunkte zur Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Eine wissenssoziologische Perspektive auf den Umgang mit kultureller Differenz
Details
| Verlag | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH |
| Ersterscheinung | 30. Juli 2026 |
| Maße | 21 cm x 14.8 cm |
| Format | Softcover |
| ISBN-13 | 9783658522773 |
| Seiten | 277 |