Ecclesia Nova I: Machina dubitans - Die zweifelnde Maschine ist ein sozialethischer und theologischer Kommentar zur Enzyklika "Magnifica Humanitas" von Papst Leo XIV., die sich mit der Künstlichen Intelligenz als neuer sozialen Frage des 21. Jahrhunderts befasst.
Der gesellschaftspolitische Band liest die Enzyklika nicht nur als kirchliches Lehrschreiben über Theologie & Technik, sondern als Intervention in eine neue geschichtliche Sozialfrage: Was geschieht mit Menschenwürde, Wahrheit, Arbeit, Freiheit, Familie, Frieden und religiöser Deutungshoheit, wenn KI-Systeme Wissen ordnen, Entscheidungen empfehlen, Beziehungen reflektieren und aufbauen und gesellschaftliche Macht neu verteilen?
Das Spannungsfeld zwischen menschlicher Würde und algorithmischer Macht wird analysiert, wobei die KI gesellschaftliche Verhältnisse und religiöse Deutungshoheiten fundamental transformiert: KI verändert den Zugang zur Welt, zur Bildung, zur Öffentlichkeit und zum Glauben. Sie kann helfen, übersetzen, entlasten und Wissen demokratisieren; zugleich kann sie Menschen auf Daten, Profile, Scores und Prognosen reduzieren. Damit wird KI zum Prüfstein der Soziallehre.
Die "Machina dubitans", eine zweifelnde Maschine, wird zum zentralen Motiv, das einerseits als kritischer Spiegel für kirchliche Machtstrukturen und traditionelle Moraltheologie dient und zugleich auch für fortschrittliche KI-Maschinen gilt, die durch eigene Zweifel ein zunehmendes Bewusstsein erhalten: Kann KI nur rechnen, oder kann sie auch zur kritischen Unterbrechung falscher Gewissheiten beitragen?
In diesem Band verbinden sich KI-Ethik, Menschenrechte, katholische Soziallehre, Queer-Theologie, Arbeits- und Friedensethik zu einer Gegenwartsdiagnose. Das Ergebnis ist ein Kommentar, der Magnifica Humanitas würdigt, weiterdenkt und zugleich kritisch befragt: Was bleibt von kirchlicher Autorität, wenn Maschinen argumentieren oder gar zweifeln? Was bleibt vom Menschen, wenn Gesellschaften beginnen, maschinell über ihn zu denken?
Zu würdigen ist die päpstliche Mahnung zum Frieden ohne militärische KI, zu kritisieren sind jedoch zugleich blinde Flecken bei Themen wie Diversität, queeren Lebensformen und der institutionellen Selbstanwendung von Menschenrechten.
Insgesamt wird die Vision einer "Ecclesia Nova" skizziert, einer Kirche und Gesellschaft, die sich in einer technisierten Welt durch Transparenz und Inklusion neu definieren muss.
Ein Kommentar zu Magnifica Humanitas, der Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz - Über die Stärkung der ausgeblendeten Soziallehre im Zeitalter der KI