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Der Orpheusmythos zwischen Authentizität und Aktualisierung

Der Orpheusmythos zwischen Authentizität und Aktualisierung

von Tobias Schmid
Softcover - 9783640398607
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde, Note: keine, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Romanisches Seminar), Veranstaltung: Antike Mythen in der Literatur der Moderne, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Die These, daß ein Text der Hochrenaissance, im Umkreis des Florentiner Neuplatonismus

entstanden, seine eigene Poetizität thematisiert, diese geradezu in den Vordergrund seiner eigenen

Gestaltung rückt, verschiebt den Kontext der Fragestellung. Denn bei aller Plausibilität können

pragmatische Erklärungen rhetorisch-strategischer Funktionen diesen Umstand nicht zureichend,

ja überhaupt nicht erklären. Angesichts der vorausgegangenen Epoche des Mittelalters

geht es hier um einen grundsätzlichen Wandel im Selbstverständnis des Künstlers und nicht zuletzt

des Kunstwerkes selbst. Diese These, deren Nachweis es hier zu führen gilt, wirft, und das

ist nicht zu weit gegriffen, einen epochalen Fragehorizont auf. Wie ist es möglich, daß ein solcher

Text im Kontext der Frühen Neuzeit, genauer im Kontext des rinascimentalen Neuplatonismus

verfaßt werden konnte? Es stellt sich hierbei nicht nur die Frage nach der Diskontinuität (und

Kontinuität) von Mittelalter und Neuzeit, sondern auch nach der Kontinuität und Diskontinuität

innerhalb der Renaissance selbst. Denn Poliziano selbst sah sich genötigt, ein epochales Kunstund

Textverständnis gegenüber der Philosophie eines Marsilio Ficino durchzusetzen, einen

Bruch innerhalb der Ästhetik der Renaissance zu forcieren, ein Bruch, der offenbar sowohl auf

theoretischer wie praktisch-ästhetischer Ebene eine gewisse polemische Haltung erforderte. Damit

allein wäre aber die Komplexität des Sachverhaltes nicht erfaßt. Das im Grunde vom Mittelalter

tradierte Textverständnis, das auch für Ficino noch grundlegend ist, wird erst durch Poliziano

problematisiert. Und doch, auch dies soll gezeigt werden, hat die Möglichkeit der Fabula di

Orpheo die neuplatonische Dichtungstheorie, die Konzeption des furor poeticus zur Voraussetzung. Wenn der Aufbau dieser Arbeit den literaturwissenschaftlichen Teil um eine theoretische Darstellung

ergänzt, ist dies keine unnötige Abschweifung. Vielmehr soll die kontinuierlichdiskontinuierliche

Bewegung, die die Fabula ermöglicht, auf zwei Diskursebenen veranschaulicht werden, derer sich Poliziano zu gleicher Zeit bedient hat. Und erst diese doppelte Analyse wird es

leisten können, diesen Einschnitt in der Ästhetik der Renaissance zu konturieren.

Inszenierung von Poetizität in Angelo Polizianos 'Fabula di Orpheo'

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 14. August 2009
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 56 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783640398607
Auflage 2. Auflage
Seiten 28