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Das Geschichtslehrbuch in der Kritik

Das Geschichtslehrbuch in der Kritik

von Sebastian Gärtner
Softcover - 9783656055662
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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Didaktik - Geschichte, Note: 1,3, Technische Universität Dresden (Institut für Geschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Kaum ein zweites Medium unterlag in seiner funktionalen Ausgestaltung im Laufe der Geschichte

einer solch gravierenden Veränderung, wie das Schulbuch. Eines der ältesten Geschichtslehrbücher

(¿Einleitung zur Universal-Historie¿) aus dem Jahr 1723 von Hilmar Curas

hatte zunächst die Funktion sich ein sicher geglaubtes historisches Wissen in katechetischer

Form anzueignen. Ende des 18. Jahrhunderts stand hingegen in Stölzers ¿Weltgeschichte

für Kinder¿ die Erarbeitung historischer Zusammenhänge im Vordergrund des Lehrwerkes.

Im 19. Jahrhundert verliert sich diese Darstellung der Geschichte zugunsten geschlossener

Erzählungen. Im Zuge der reformpädagogischen Bewegung im ausgehenden 19. und beginnenden

20. Jahrhunderts wurden neue Anforderungen an Schule und Unterricht gestellt. Dies

wirkte sich nicht zuletzt auf die Ausgestaltung der Schulbücher aus, wenngleich sich Veränderungen

anfänglich nur allmählich zeigten. Dabei sollten die Schüler/-innen unmittelbar mittels

anschaulicher Geschichtserzählungen angesprochen werden und der Geschichtsunterricht

wurde als Arbeitsunterricht konzipiert, welcher den Schülern/-innen große Selbstständigkeit

beim Lernen einräumte. Historisches Geschehen wurde möglichst farbig ausgestaltet, um das

Interesse der Leser/-innen zu wecken. Dies schloss mitunter auch fiktionale Elemente ein. Eine

solche Geschichtsdarstellung war besonders zur Zeit der Nationalsozialisten beliebt und

verlor sich auch nach 1945 nicht vollständig. Die Gründe hierfür liegen in den damalig geltenden

entwicklungspsychologischen Annahmen (siehe PIAGET), die Aufgrund eines starren

Begabungsbegriffes den Schülern/-innen weder historisches Lernen noch historische Erkenntnisse

zutraute. Lediglich den Schülern/-innen am Gymnasium schrieb man die Fähigkeit zu

originale Quellen lesen und auslegen zu können. So wurde in dieser Schulform dem Geschichtslehrbuch,

welches als Lesebuch konzipiert war, noch ein Quellenteil hinzugefügt. Erst

durch HEINRICH ROTHS Untersuchung ¿Kind und Geschichte. Psychologische Vorraussetzungen

des Geschichtsunterrichts in der Volksschule¿ wurden die starren entwicklungspsychologischen

Strukturen durchbrochen, so dass auch jüngere Schüler/-innen im Geschichtsunterricht

zu historischen Denken befähigt sind. Somit ergab sich für das Lehrbuch ein völlig neuer

Typus ¿ das Arbeits- und Lesebuch. Der Prototyp dessen war das Lehrwerk ¿Menschen in ihrer Zeit¿, 1966 im Klett-Verlag erschienen. [...]

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 15. November 2011
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.5 cm
Gewicht 96 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783656055662
Auflage 2. Auflage
Seiten 56

Schlagwörter