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Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit

Das Böckenförde Diktum im Wandel der Zeit

von Simon Oerding
Softcover - 9783656722618
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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Politik - Sonstige Themen, Note: 1,3, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Politikwissenschaft), Veranstaltung: Hauptseminar: Religion und Demokratie, Sprache: Deutsch, Abstract: Als einer der einflussreichsten heutigen Staatstheoretiker genießt Ernst-Wolfgang Böckenförde

unter Juristen, Philosophen und Staatskirchenrechtlern ein hohes Ansehen.

Begründen tut sich die Prominenz Böckenfördes nicht zuletzt durch das mittlerweile

zum geflügelten Wort erhobene Diktum, welches er im Jahre 1967 formulierte: ¿Der

freiheitliche säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren

kann.¿ (Böckenförde 1967: 112) Seit 1967 hat sich nicht nur der Diskurs um die

vorpolitischen Grundlagen des Staates verändert, deutlich heben sich auch die Lebensumständen

und die Struktur innerhalb der heutigen Gesellschaft von der Zeit der späten

60er Jahre ab. Diese Feststellung allein hindert nicht daran, die These Böckenfördes

weiterhin als Element der staatsphilosophischen Allgemeinbildung zu verstehen.

Dabei erscheint es angezeigt, das Böckenförde-Diktum und die ihm innewohnenden

Komponenten einem Test an der sich verändernden Realität zu unterziehen. Inzwischen

stellt auch Böckenförde fest, dass ein Verlass einzig auf die Religion als Kitt der staatlichen

Ordnung heutzutage an Wunschdenken grenzen würde. Kommt es daher folgerichtig

im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse zu einer Neuausrichtung der

These? Sollte dies nicht so sein, warum bleibt Böckenförde auch im Angesicht des

strukturellen Wandels der Gesellschaft seiner These treu und welche Probleme birgt

dies für die Einschätzung der vorpolitischer Grundlagen des Staates?

Um diese Fragen zu erörtern, wird im Folgenden zunächst ein kurzer Überblick über die

argumentative Struktur des Böckenförde-Diktums gegeben, der unter anderem eine

Auseinandersetzung mit der Böckenförde leitenden staatsrechtlichen Konzeption Carl

Schmitts einschließt. Es kristallisieren sich dabei im Wesentlichen zwei Faktoren heraus,

welche für eine Analyse des Diktums in Bezug auf gesellschaftliche Wandlungsprozesse

relevant erscheinen: die relative Homogenität des Volkes als vorpolitische

Grundlage des Staates und die Religion als hauptsächliche Vermittlungsinstanz derselben.

Im Abgleich mit den, für Böckenfördes These relevanten, Veränderungen der heutigen

Gesellschaft im Vergleich zu 1967 werden diese beiden Aspekte auf eine argumentative

Evolution hin untersucht, die als Anpassungsprozess verstanden werden

könnte. [...]

Pluralismus oder Homogenität?

Details

Verlag GRIN Verlag
Ersterscheinung 20. August 2014
Maße 21 cm x 14.8 cm x 0.3 cm
Gewicht 62 Gramm
Format Softcover
ISBN-13 9783656722618
Auflage 1. Auflage
Seiten 32

Schlagwörter