Erzählverfahren im Montage-Film von Alexander Kluge: Am Beispiel von "Die Macht der Gefühle"

Erzählverfahren im Montage-Film von Alexander Kluge: Am Beispiel von "Die Macht der Gefühle"

von Lutz Nitsche
Taschenbuch - 9783838600222
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Beschreibung

Inhaltsangabe:Zusammenfassung: Obwohl Spielfilme seit geraumer Zeit ein dominantes Medium der Vermittlung von literarischen Stoffen darstellen, sind systematische Untersuchungen zum Problem der Erzählverfahren von Seiten der Literatur- wie auch der Filmwissenschaft kaum angestellt worden. In der Tat stellt sich ein Zuständigkeitsproblem insofern, als im Spielfilm das geschriebene Wort als narrativer Code um die audiovisuellen Codes des Filmbildes erweitert werden. Das hat maßgebliche Auswirkungen auf die Organisation des Materials, die Bedingungen der Rezeption wie auch auf die Möglichkeiten seiner intentionalen Gestaltung durch den Autor, bzw. Regisseur. Der erste Teil der Arbeit untersucht auf Grundlage der narratologischen Positionen Hayden Whites und Gerard Genettes die Parameter der literarischen Erzählens, um - mit David Bordwell - diese anschließend auf ihre Gültigkeit für das filmische Erzählen zu prüfen. Am filmischen Oeuvre von Alexander Kluge werden die theoretischen überlegungen erprobt, wobei sich unter Berufung auf Bordwells Kategorie des Art Cinema zeigt, daß bei Kluges Montage-Filmen zusätzlich das Moment der Intertextualität als wichtiges Konstitutionsmerkmal der Filme berücksichtigt werden muß. Es stellt sich die Frage, ob mit der von Kluge ästhetisch begründeten assoziativen Montage die narrative Organisation des Stoffes einen Grenzwert erreicht, nach dessen überschreitung eine Kohärenzbildung kaum länger möglich wäre. In graduellem Unterschied zu früheren Spielfilme von Kluge ergibt sich in Die Macht der Gefühle (1982) der Befund einer sukzessiven Reduktion der narrativen Strukturierung. An die Stelle einer Geschichte - im Sinne eines kohärenten Handlungsverlaufs - tritt die achronologische, assoziative Montage von Bild-, Ton- und Sprachelementen, die nurmehr eine thematische Bindung erfahren. Das Gravitationsfeld dieser offenen Montage wird bestimmt durch das Thema Gefühle, exemplifiziert an der dramaturgischen Instrumentalisierung von Gefühlsklischees in der Oper des 19. und im Film des 20. Jahrhunderts. Ohne eine Theorie der Gefühle zu entwickeln, deutet der Film auf die politische Dimension kollektiver Gefühlshaushalte u.a. in Propagandafilmen des 3. Reiches hin. Dabei folgt die heterogene Montage einer gezielt antiaristotelischen Dramaturgie. Resümierend zeigt sich, daß im Falle dieses komplexen Montage-Filmes eine sinnvolle Integration der Elemente in einen narrativen oder auch nur thematischen Horizont ohne [...]

Details

Verlag Diplom.de
Ersterscheinung April 1997
Maße 210 mm x 148 mm x 1 mm
Gewicht 44 Gramm
Format Taschenbuch
ISBN-13 9783838600222
Auflage Nicht bekannt
Seiten 20

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