{"product_id":"das-steinerne-herz-von-e-t-a-hoffmann","title":"Das steinerne Herz","description":"\u003cp\u003eKlassiker aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, , Sprache: Deutsch, Abstract:  Jedem Reisenden, der bei guter Tageszeit sich dem Städtchen G. von \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eder südlichen Seite bis auf eine halbe Stunde Weges genähert, fällt \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eder Landstraße rechts ein stattliches Landhaus in die Augen, welches \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003emit seinen wunderlichen bunten Zinnen, aus finsterm Gebüsch \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eblickend, emporsteigt. Dieses Gebüsch umkränzte den weitläufigen \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGarten, der sich in weiter Strecke talabwärts hinzieht. Kommst du \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eeinmal, vielgeliebter Leser! des Weges, so scheue weder den kleinen \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eAufenthalt deiner Reise noch das kleine Trinkgeld, das du etwa dem \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGärtner geben dürftest, sondern steige fein aus dem Wagen und laß \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003edir Haus und Garten aufschließen, vorgebend, du hättest den \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003everstorbenen Eigentümer des anmutigen Landsitzes, den Hofrat \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eReutlinger in G., recht gut gekannt. Im Grunde genommen kannst \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003edu dies alsdann mit gutem Fug tun, wenn es dir gefallen sollte, alles, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003ewas ich dir zu erzählen eben im Begriff stehe, bis ans Ende \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003edurchzulesen; denn ich hoffe, der Hofrat Reutlinger soll dir alsdann \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003emit all seinem sonderbaren Tun und Treiben so vor Augen stehen, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eals ob du ihn wirklich selbst gekannt hättest. Schon von außen \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003efindest du das Landhaus auf altertümliche groteske Weise mit \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003ebunten gemalten Zieraten verschmückt, du klagst mit Recht über die \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGeschmacklosigkeit dieser zum Teil widersinnigen Wandgemälde, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eaber bei näherer Betrachtung weht dich ein besonderer wunderbarer \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGeist aus diesen bemalten Steinen an, und mit einem leisen Schauer, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eder dich überläuft, trittst du in die weite Vorhalle. Auf den in Felder \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eabgeteilten, mit weißem Gipsmarmor bekleideten Wänden erblickest \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003edu mit grellen Farben gemalte Arabesken, die in den wunderlichsten \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eVerschlingungen Menschen- und Tiergestalten, Blumen, Früchte, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGesteine darstellen und deren Bedeutung du ohne weitere \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eVerdeutlichung zu ahnen glaubst. Im Saal, der den untern Stock in \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eder Breite einnimmt und bis über den zweiten Stock hinaufsteigt, scheint in vergoldeter Bilderei alles das plastisch ausgeführt, was erst \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003edurch Gemälde angedeutet wurde. Du wirst im ersten Augenblick \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003evom verdorbenen Geschmack des Zeitalters Ludwig des Vierzehnten \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003ereden, du wirst weidlich schmälen über das Barocke, Überladene, \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eGrelle, Geschmacklose dieses Stils, aber bist du nur was weniges \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003emeines Sinnes, fehlt es dir nicht an reger Phantasie, welches ich \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eallemal bei dir, mein gütiger Leser! voraussetze, so wirst du bald \u003c\/p\u003e\u003cp\u003e \u003c\/p\u003e\u003cp\u003eallen in der Tat gegründeten Tadel vergessen. (...)\u003c\/p\u003e\u003cdiv class=\"aw-variant-hidden-subtitle-div\" id=\"aw-variant-subtitle-9783640180301\"\u003e\u003ch3\u003eAus \"Nachtstücke\"\u003c\/h3\u003e\u003c\/div\u003e","brand":"Autorenwelt Shop","offers":[{"title":"Softcover - 9783640180301","offer_id":39626696720477,"sku":"9783640180301","price":14.99,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0940\/0622\/files\/83e8d9ae-291a-4408-8557-3da2f898b1b6.jpg?v=1777611286","url":"https:\/\/shop.autorenwelt.de\/en\/products\/das-steinerne-herz-von-e-t-a-hoffmann","provider":"Autorenwelt Shop","version":"1.0","type":"link"}